Über das Projekt

Plakat zum Projekt „Interactive Music Mapping Vienna“

IMMV – Interactive Music Mapping Vienna: Exploring a City. 1945 up to the present day

Projektleitung: Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke
ProjektmitarbeiterInnen: Univ.-Prof.in Dr.in Silvia Miksch (ISIS, TU Wien), Univ.-Prof. Dr. Stefan Schmidl (MUK), Dr.in Rosemarie Burgstaller (MUK, bis Oktober 2017), Mag.a Dr.in Kathrin Raminger (MUK), MMag.a Dr.in Nathalie Soursos (MUK), Mag. phil. Georg Kö (MUK), Mag. phil. Jakob Zenzmaier (MUK), Velitchko Filipov MSc (TU-Wien), N. N. (TU-Wien)

Laufzeit: Beginn Mai 2017, Dauer 3 Jahre

 

 

 

 

Nationale Forschungspartnerin: Institute of Software Technology & Interactive Systems, Technische Universität Wien

 

Gefördert von: FWF–Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, AR 384-G24 Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK)

25 Jahre Staatsvertrag, 1980, Militärmusikkapellen vor der Österreichischen Nationalbibliothek; Foto: Rudolf Semotan; © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung

Die Rolle von Musik im urbanen Kontext als gesellschaftliches Identifikationsinstrument und die Frage, wie Musik zu städtischer Symbolpolitikfunktionalisiert wird, stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojekts Interactive Music Mapping Vienna. Wie das „sinnliche“ Medium Musik Generator von Atmosphäre und Stimmung ist und dabei nicht nur ideologische Subjekte hervorbringt, sondern auch die Vorstellung spezifischer städtischer Sphären, soll am Beispiel der Stadt Wien exemplarisch dargestellt werden. Dieser Forschungsschwerpunkt wurde mittels Verschränkung wissenschaftlicher und künstlerischer Zugangsweisen und Praktiken in unterschiedlichen Projekten seit 2012 an der MUK etabliert.

Erster Mai, Praterstadion, 1949, Massenfestspiel des ASKÖ, „Wir bahnen den Weg“, von ca. 2000 ArbeitersängerInnen aufgeführt; © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung

Damit verbunden sind kulturelle und soziale Praktiken, die es zu identifizieren und zu erschließen gilt, denn das modus operandi der Stadt verweist auf die gesellschaftlichen Dispositionen, auf ihren Habitus als Konglomerat von Denk- und Sichtweisen sowie auf Verhaltensformen der gesellschaftlichen Formationen, die sich im Laufe der Zeit wandeln. Die site-specificity Wiens wird mehr als jede andere europäische Stadt somit wesentlich auf ihre akustisch-klangliche Konstruktion zurückgeführt. Im Sinne einer „Gefühlspolitik“ sind diesbezügliche Strategien und Prozesse der musikalischen Stadt-Konstitution zu erforschen, die das Image Wiens prägten und weiterhin prägen (werden). Den konkreten Gegenstand der Forschung stellen Fest-Veranstaltungen im öffentlichen Raum Wiens im Zeitraum von 1945 bis zur Gegenwart dar (unter komparatistischer Einblendung von Rückblicken vor 1945). Die Verbindung der räumlichen Konfiguration Stadt mit dem zeitlichen Modus Feier bilden somit Achsen einer Erzählung und stehen im wechselseitigen Zusammenhang wobei Raum in zweifacher Weise ausgelegt wird: als reeller und als imaginärer, und dadurch die Relativität der historischen Erzählung durch den künstlerischen Blick der Subjektivierung interferiert wird. Erschlossen werden diese Fest-Ereignisse durch umfangreiches, bislang wenig oder unbeachtetes Quellenmaterial, von Text/Bild/Audio-Dokumenten bis hin zu Film-, Fernseh- und Rundfunkaufzeichnungen.

Eröffnung Wiener Festwochen, Rathausplatz, 1928, Konzert der Wiener Philharmoniker unter Franz Schalk; © ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung.

Als Vermittlungsplattform werden gemeinsam mit der Forschungspartnerin TU Wien (Institute of Software Technology & Interactive Systems – ISIS) interaktive Visualisierungslösungen konzipiert und umgesetzt. Die geplante Plattform soll alle Medienformen abbilden und verschränken. Kartographische Darstellungen, ästhetische Bildstrategien und mehrdimensionale künstlerische Translationen zu den ausgewählten Ereignissen werden die Komplexität der Mehrschichtigkeit und Mehrdeutigkeit (Kontingenz) von Geschichte sensorisch erfahrbar machen. Der Visualisierungsmodus sieht eine gleichzeitige mediale Erfahrung (visuell, auditiv, textlich) und differenzierte Rezeption vom reellen und imaginären Raumkonstruktionen vor.

 

Keywords

Musik-Raum-Zeit, Kartographie, Chronotopos-Analyse (Topographie/-logie), reeller und fiktionaler Raum, Topik der Imagination, Stadtimage, künstlerische kontrafaktische Geschichte, Festkultur, Sinneswahrnehmung – Sensory History, multimediale Umsetzung (visual metaphers und visual analytic solutions)

Gefördert durch

Aktuelles

Werkstattgespräch

9. November 2018 Das IMMV-Team lud Wissenschaftler aus den Kulturwissenschaften und der Zeitgeschichte – Dr. Peter Stachel (ÖAW) und Dr. Werner Michael Schwarz (Wien Museum) – sowie aus dem Bereich der Visual Analytics – Prof. Dr. Gerik Scheuermann (Institut für Informatik, Universität Leipzig) – zu einem Werkstattgespräch ein.  Die spannende Diskussion und die wertvollen Anregungen waren …

Der Nationalfeiertag 1968 und die fehlende österreichische Musik

von Kathrin Raminger In Erinnerung an die am 26. Oktober 1955 proklamierte Neutralitätserklärung Österreichs wurde auf Anregung des damaligen Unterrichtsministers Heinrich Drimmel (ÖVP) an diesem Datum bereits ab 1956 der „Tag der österreichischen Fahne“ begangen. Durch das Hissen der Rot-Weiß-Roten Fahne an Österreichs Schulen sollte innerhalb der Schuljugend das Bekenntnis zur österreichischen Identität gestärkt und …

Kontakt

Univ. Prof. Dr. Susana Zapke
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien
Johannesgasse 4a, 1010 Wien
Tel.: +43 1 512 77 47
E-Mail: s.zapke(at)muk.ac.at